Übertragbare Krankheiten
Erreger von übertragbaren Krankheiten können örtlich und zeitlich begrenzte Ausbrüche (Epidemien) oder auch weltweite Krankheitsausbrüche (Pandemien) hervorrufen. Die Abteilung Übertragbare Krankheiten überwacht die Verbreitung von übertragbaren Krankheiten, um die Bevölkerung vor Ausbrüchen zu schützen. Zur Bekämpfung und Eindämmung trifft sie Massnahmen.
Tuberkulose: in der Schweiz selten, aber leicht zunehmend
Tuberkulose ist eine weltweit vorkommende Infektionskrankheit, die vor allem die Lunge betrifft. In der Schweiz kommt die Erkrankung zwar nur noch selten vor. Im 2025 nahmen Fälle von Tuberkulose jedoch schweizweit wie auch in Basel-Stadt im Vergleich zu den Vorjahren leicht zu.
Tuberkulöse Infektion oder aktive Tuberkulose
Ärztinnen und Ärzte unterscheiden zwischen einer tuberkulösen Infektion (früher «latente Tuberkulose» genannt) und einer aktiven Tuberkulose.
Bei einer tuberkulösen Infektion trägt die betroffene Person die Bakterien im Körper, zeigt jedoch keine Krankheitszeichen und ist nicht ansteckend. Die Erreger werden entweder vom Immunsystem vollständig eliminiert oder in Schach gehalten. Letzteres erklärt, wieso manche Personen erst Jahre nach der Ansteckung an Tuberkulose erkranken.
Bei der aktiven Tuberkulose vermehren sich die Bakterien im Körper, wodurch Symptome wie Husten, Fieber, Nachtschweiss und Gewichtsverlust auftreten. Wenn die Lunge befallen ist und die Erreger ausgehustet werden, spricht man von einer «offenen Lungentuberkulose». Diese Form ist ansteckend für andere.
Tuberkulose Fälle 2025
Tuberkulose nahm gegenüber dem Vorjahr leicht zu. Über die Hälfte der Tuberkuloseinfektionen in Basel-Stadt traten in Form von Lungentuberkulose auf.
Tuberkulosefälle
534
in der Schweiz
Tuberkulosefälle
22
in Basel-Stadt
offene Lungen-
tuberkulosefälle
13
in Basel-Stadt
Langsame Übertragung, lange Behandlung
Tuberkulose wird durch Bakterien verursacht (meist Mycobacterium tuberculosis). Die Ansteckung erfolgt über winzige Tröpfchen, die beim Husten oder Sprechen in die Luft gelangen. In der Regel sind für eine Ansteckung mehrere Stunden Kontakt erforderlich. Nur etwa 5 bis 10 Prozent der angesteckten Personen erkranken tatsächlich. Da die Bakterien sehr langsam wachsen, vergehen zwischen Ansteckung und Erkrankungsbeginn meist Wochen bis Monate. Die Therapie erfolgt mit verschiedenen Antibiotika und erstreckt sich in der Regel über einen Zeitraum von mehreren Monaten.
Früherkennung und vorbeugende Behandlung
Wenn eine Person an Tuberkulose erkrankt, sucht die Abteilung «Übertragbare Krankheiten» gezielt nach Menschen, die in den letzten Monaten längeren Kontakt zu der erkrankten Person hatten. So können Ansteckungen früh erkannt werden. Bei diesen Kontaktpersonen wird ein Bluttest durchgeführt. Wenn sich jemand angesteckt hat, aber noch nicht krank ist, erhält die Person für einige Monate eine vorbeugende Anti-biotikatherapie. Dadurch wird verhindert, dass die Krankheit ausbricht und auf andere übertragen wird.
Im Jahr 2025 wurden 121 Kontaktpersonen von Tuberkulose-Patienteninnen und Patienten ermittelt. Von den in diesem Zusammenhang gemachten Tests wurden 35 Blutuntersuchungen von Mitarbeiterinnen des Gesundheitsdepartements vorgenommen.
Die Impfung gegen Tuberkulose schützt in den ersten Lebensjahren vor schweren Krankheitsverläufen, verhindert jedoch keine Ansteckung. In der Schweiz wird sie deshalb nur selten empfohlen.
Tuberkulose im Tierreich
Wussten Sie, dass Tuberkulose bei Zooelefanten ein weit verbreitetes Problem darstellt? Im Jahr 2023 unterstützte die Abteilung Übertragbare Krankheiten den Zoo Basel bei Untersuchungen im Rahmen einer Tuberkuloseerkrankung des Elefanten Tusker.
Wie man Tuberkulosebakterien in den Atemwegsekreten eines Elefanten nachweisen kann, erklärt Zolli-Tierärztin Fabia Wyss in diesem Video auf Youtube:
Die Abteilung Übertragbare Krankheiten in Zahlen
Wir überwachen die Verbreitung von übertragbaren Krankheiten in Basel-Stadt. Wir entwickeln Strategien und Massnahmen, um die Bevölkerung vor Ausbrüchen zu schützen.

