Jahresbericht Medizinische Dienste 2025

Schwerpunkt

2025 führte die Abteilung Prävention des Gesundheitsdepartements zum 10. Mal die «Aktionstage Psychische Gesundheit» durch. Die Veranstaltungsreihe bietet Interessierten, Angehörigen, Betroffenen und Fachpersonen eine interaktive Plattform für einen offenen Austausch rund um das Thema psychische Gesundheit.

10-Jahr-Jubiläum der Aktionstage Psychische Gesundheit

Vom 19. bis 30. Oktober 2025 verwandelte sich Basel-Stadt in eine Bühne: 13 Veranstaltungen in 12 Tagen setzten ein Zeichen gegen Stigmatisierung, vermittelten Fachwissen und öffneten Räume für Begegnungen rund um die psychische Gesundheit.

Das Video für die Aktionstage Psychische Gesundheit zieht die Blicke auf sich.

Die Ausgabe des 10-Jahres-Jubiläums der Aktionstage hatte es in sich: 1’395 Besuchende an insgesamt 6 verschiedenen Veranstaltungsorten sowie knapp 6'000 Menschen, die die Events via Livestream oder Videoaufzeichnung (nach-)geschaut haben.

«Ich kenne die Veranstaltung seit einigen Jahren», schrieb uns eine Person. «Damals ging es mir nicht gut. Jetzt gehe ich seit 2021 in Therapie. Mir helfen diese Veranstaltungen. Ich möchte an alle Danke sagen!» Solche Feedbacks motivieren das Projektteam der Abteilung Prävention und zeigen, dass die Aktionstage das bewirken, was sie sollen: Verbindung schaffen. Verbindung zwischen Menschen, zum Thema psychische Gesundheit und zu sich selbst.

Die erfreuliche Zufriedenheit der Besuchenden von 95 Prozent beweist, dass die Veranstaltungen den Nerv der Zeit treffen und hohe Qualitätsstandards setzen. Möglich wird dies auch dank professioneller Referierender, gesprächsbereiter Betroffener, engagierter Angehöriger und einem stetig wachsenden Publikum.

Tabus im Scheinwerferlicht

Die Themen der Aktionstage 2025 haben einmal mehr Tabus ins Scheinwerferlicht gerückt:
«Rassismus wirkt», sagte Psychologin Lalitha Chamakalayil in ihrem interaktiven Referat mit dem Titel «Wir sprechen über Rassismus: unverblümt und ungefiltert». Sie zeigte auf, wie Rassismus unsere Psyche belastet und was wir dagegen tun können.

Um narzisstischen Missbrauch ging es beim Input von Prof. Dr. Marc Walter: Was ist zu tun, wenn der Partner oder die Partnerin kontrolliert und manipuliert? Gemeinsam mit Fachleuten und betroffenen Angehörigen aus dem Publikum diskutierte er Hilfsangebote – und hin und wieder sorgte eine Aussage auch für kontroverse Reaktionen.

Zum Abschluss der Aktionstage stand die Comedienne Julia Steiner im Sudhaus auf der Bühne und sprach offen über ihre Angststörung, den Tod ihres Vaters und darüber, was bellende Rehe damit zu tun haben. Es durfte gelacht, geschmunzelt und an manchen Stellen auch bewegt geschwiegen werden.

Rückblick und Ausblick

Dank dem gemeinsamen Engagement vieler konnte sich die Idee von 2015 zu einer festen Basler Institution entwickeln. Die Aktionstage werden der Bevölkerung weiterhin kostenlos zur Verfügung gestellt. Es geht weiter im Oktober 2026.

Aufzeichnungen der Veranstaltungen des Jubiläumsjahrs 2025 nachschauen:

«Schaffen wir eine Gesellschaft, in der sich niemand mehr scheuen muss,

offen über seine Gefühle zu sprechen,

um bei Bedarf mutig Hilfe zu suchen, statt sich zu isolieren.»

Balz Herter
Grossratspräsident Basel-Stadt 2025 (im Vorwort des Veranstaltungsprogramms)